BILDHAUERSYMPOSIUM OBERNKIRCHEN

Alle drei Jahre seit 1988 arbeiten Bildhauer zwei Wochen lang öffentlich auf dem Kirchplatz in Obernkirchen.

Das IOBS ist damit europaweit eines der dienstältesten Standorte von Bildhauersymposien.

 

  

Alle drei Jahre ist es so weit: Für zwei Sommerwochen verwandelt sich der wunderschöne Obernkirchener Kirchplatz in ein Atelier.

Zehn internationale Künstlerinnen und Künstler haben dann ihre Ideen in den Koffer gepackt und sind in die Bergstadt gereist, um diese Ideen mit dem weltberühmten Obernkirchener Sandstein zu materialisieren.

Das Internationale Obernkirchener Bildhauer-Symposium (IOBS) präsentiert Künstler zum Ansprechen, die Werke zum BeGreifen schaffen: Anfassen ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Zu unseren künstlerischen Gästen zählen Abstrakte und Figürliche, Verkopfte und Spontane, Handwerker und Technikfreaks, Studierte und Autodidakten, Quasselköppe und Schweigsame, Fixe und Langsame, Europäer, Asiaten und Afrikaner.

Bei seiner Premiere, 1988, mag das Obernkirchener Symposium ein Geheimtipp gewesen sein, inzwischen hat es seinen festen Termin im Kalender der internationalen Bildhauer-Szene erobert. Die Wertschätzung hat längst auch Obernkirchen und die Region erfasst. Beim 8. Symposium, (2009) schauten den Künstlern mehr als 30.000 Besucher über die Schultern.

Für die stetig gewachsene Bedeutung des Treffens auf dem Kirchplatz gibt es mehrere Gründe:

Der wichtigste entstammt den Brüchen auf dem Bückeberg. Sie bergen mit dem Sandstein ein unvergleichliches Material, das die „Obernkirchener Sandsteinbrüche GmbH“ unter Führung von Klaus Köster den Teilnehmern freundlicherweise zur Verfügung stellt. Wenn er den hellen, feinkörnigen Stein bearbeiten darf, geht für manchen Bildhauer ein langgehegter Wunsch in Erfüllung.

 

Zum anderen begeistert das Symposium mit der besonderen Atmosphäre, die es dem Kirchplatz verdankt. Das wechselnde Licht auf dem Platz, der die meiste Zeit des Tages der Sonne zugeneigt ist, umgeben von der beeindruckenden Stiftskirche auf der einen und historischen Gebäuden auf den anderen Seiten, kann Geistesblitze ermöglichen wie kein noch so schönes Atelier.

Geborgen in diesem Ensemble schauen sich die Künstler gegenseitig bei der Arbeit zu, lernen voneinander - und diskutieren und singen miteinander.

Der Besucher hat die Wahl: Er darf sich einmischen, er darf aber auch einfach still in der Abendsonne vor dem kleinen Künstlercafe sitzen, das man in Obernkirchen als „Trafohaus“ kennt. Vielleicht steht vor ihm ein Glas guter Rotwein, vielleicht sitzt neben ihm ein afrikanischer oder japanischer Bildhauer. Boheme in Obernkirchen – ganz ohne Remmidemmi.

Einen dritten Grund gibt es für den Erfolg des Symposiums. Die Obernkirchener nehmen ihre Gäste mit großer Freundlichkeit und Offenheit in ihre Mitte auf. Zu ihrem Interesse ist mit den Jahren eine gehörige Portion Fachwissen hinzugekommen. Familien mit Kindern, Schulklassen, fachsimpelnde Erwachsene oder fotografierende Schöngeister – Berührungsängste sind den Besuchern fremd.

Dies ist schließlich die Grundidee, die das Symposium von Beginn an prägt: Wir wollen Künstlerinnen und Künstler aus der Enge ihrer Ateliers mitten hinein in die Öffentlichkeit locken. Wir wollen Bildhauer aus aller Welt – vom Auetal bis Zimbabwe - mit sehr unterschiedlichen Talenten, ausgefallenen Techniken, mit oder ohne akademischer Ausbildung zusammen bringen. Auf dieser Basis soll und kann Kunst entstehen.

Fühlen Sie sich also zum nächsten Internationalen Obernkirchener Bildhauer-Symposium herzlich eingeladen!